
Gebäudeschadstoffe: Fragen und Antworten für Eigentümer:innen

Fabian Bruns
MSc Geowissenschaften, UNI Hannover (DE)
Projektleiter Schadstoff-Untersuchungen
Fachperson für Private Kontrolle (PK) 3.11 im Kanton Zürich
071 626 51 14
Gebäudeschadstoffe Hauseigentümer
Was Haus-Eigentümer:innen über Gebäudeschadstoff-Untersuchungen wissen müssen
Wenn Sie einen Umbau, eine Sanierung oder einen Rückbau. Oder haben von der Gemeinde eine Auflage zur Schadstoffabklärung erhalten. Dann stellen sich oft dieselben Fragen: Muss ich überhaupt etwas untersuchen lassen? Was kostet das? Wie läuft eine Untersuchung ab? Und was passiert, wenn Schadstoffe gefunden werden? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten: verständlich, praxisnah und auf die Bedürfnisse von Eigentümer:innen zugeschnitten.
1. Wann brauche ich eine Gebäudeschadstoff-Untersuchung?
2. Welche Schadstoffe sind besonders relevant?
3. Wie läuft eine Untersuchung ab?
4. Wie lange dauert eine Untersuchung?
5. Was passiert nach der Untersuchung?
6. Praktische Fragen von Eigentümer:innen
Das Wichtigste in Kürze
- Gebäudeschadstoffe können Gesundheitsrisiken verursachen und die Entsorgung beeinflussen.
- Besonders in Gebäuden mit Baujahr vor 1990 kommen häufig Schadstoffe vor.
- Vor Umbau-, Sanierungs- und Rückbauarbeiten verlangen Behörden oft eine Schadstoffabklärung.
- Die Untersuchung erfolgt durch Fachpersonen mittels Begehung, Probenahme und Laboranalyse.
- Untersuchungsberichte liegen häufig innerhalb von 1 bis 2 Wochen vor.
- Eine frühzeitige Abklärung verhindert Überraschungen bei Kosten und Terminen.
1. Wann brauche ich eine Gebäudeschadstoff-Untersuchung?
Ich habe ein Schreiben vom Amt erhalten. Was bedeutet das?
Viele Gemeinden verlangen vor Umbau- oder Rückbauarbeiten eine Schadstoffabklärung. Damit soll sichergestellt werden, dass Arbeitnehmende geschützt werden und belastete Materialien korrekt entsorgt werden können.
Ist eine Untersuchung nur beim Rückbau nötig – oder auch bei Umbau oder Sanierung?
Auch bei Umbauten und Sanierungen können schadstoffhaltige Bauteile betroffen sein. Deshalb wird häufig bereits vor kleineren Eingriffen eine Untersuchung empfohlen oder verlangt.
Ab welchem Baujahr ist eine Untersuchung wichtig?
Bei Gebäuden mit Baujahr vor 1990 besteht ein erhöhtes Risiko für Schadstoffe wie Asbest, PCB oder PAK. Vor Umbauarbeiten ist deshalb eine Untersuchung sinnvoll.
Macht eine Untersuchung auch ohne Bauprojekt Sinn?
Ja. Beispielsweise beim Kauf oder Verkauf einer Liegenschaft, da sie deren Wert mindern können, oder wenn Unsicherheiten über mögliche Schadstoffbelastungen bestehen.
Beeinflussen Gebäudeschadstoffe den Wert einer Immobilie?
Ja. Bekannte Schadstoffbelastungen können Investitionsentscheide, Sanierungskosten und damit auch den Marktwert einer Liegenschaft beeinflussen.
2. Welche Schadstoffe sind besonders relevant?
Welche Gebäudeschadstoffe kommen am häufigsten vor?
Am häufigsten treffen wir auf:
- Asbest
- PCB
- PAK
- Schwermetalle
Je nach Gebäude können weitere Schadstoffe relevant sein.
Gibt es neben Asbest noch andere problematische Stoffe?
Ja. Je nach Bauperiode und Nutzung können beispielsweise Holzschutzmittel, Chlorparaffine oder nutzungsbedingte Schadstoffe vorkommen.
Warum ist Asbest bis heute ein wichtiges Thema?
Asbest wurde in der Schweiz bis 1990 in zahlreichen Baumaterialien eingesetzt und ist seither verboten. Wird asbesthaltiges Material beschädigt, können gesundheitsgefährdende Fasern freigesetzt werden.
Kann ich Asbest selbst erkennen?
In den meisten Fällen nicht. Viele asbesthaltige Materialien sehen harmlos aus. Sicherheit bietet nur eine Laboranalyse.
Welche Bauteile enthalten häufig Asbest?
Typische Fundstellen sind:
- Fassadenplatten
- Dachplatten
- Bodenbeläge
- Kleber
- Fensterkitt
- Rohrisolationen
- Technische Installationen
3. Wie läuft die Untersuchung ab?
Was passiert bei einer Begehung?
Unsere Fachpersonen besichtigen das Gebäude, erfassen die relevanten Bauteile und beurteilen mögliche Schadstoffvorkommen.
Müssen immer Proben genommen werden?
Nicht immer. Viele Materialien lassen sich jedoch nur mittels Laboranalyse zuverlässig beurteilen.
Ist die Probenahme gefährlich?
Nein, sofern Sie durch eine Fachperson ausgeführt werden. Die Proben werden von Ingenias fachgerecht und mit geeigneten Schutzmassnahmen entnommen, damit möglichst keine Schadstoffe freigesetzt werden.
Was passiert im Labor?
Die Proben werden untersucht und auf mögliche Schadstoffe analysiert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die den Bericht und die weitere Planung der Massnahmen.
Muss ich während der Untersuchung ausziehen?
Nein. In den meisten Fällen kann die Untersuchung bei normaler Nutzung des Gebäudes durchgeführt werden.
4. Wie lange dauert eine Untersuchung?
Wann erhalte ich den Bericht?
In vielen Fällen liegt der Bericht innerhalb von 1 bis 2 Wochen nach der Probenahme vor.
Warum dauert es manchmal länger?
Die Dauer hängt unter anderem ab von:
- Objektgrösse
- Anzahl Proben
- Zugänglichkeit
- Umfang der Analysen
- Zusätzlichen Abklärungen: bei speziellen Fragestellungen kann es länger dauern.
- Sind Bereiche nicht zugänglich, müssen diese häufig in einer 2. Etappe untersucht werden.
Gibt es Express-Lösungen bei Termindruck?
Bei dringenden Projekten prüfen wir gerne, welche Termine realistisch möglich sind. In der Regel liegt der Bericht innert 1 bis 2 Wochen vor, schnellere Ergebnisse liefern wir individuell auf Anfrage.
5. Was passiert nach der Untersuchung?
Was steht im Untersuchungsbericht?
Der Bericht enthält:
- Die Untersuchungsergebnisse
- Eine verständliche Bewertung der Befunde
- Hinweise zur Arbeitssicherheit
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen
Was passiert, wenn Schadstoffe gefunden werden?
Die Belastungen werden dokumentiert und bewertet. Anschliessend wird festgelegt, welche Schutz-, Entsorgungs- oder Sanierungsmassnahmen notwendig sind.
Brauche ich ein Entsorgungskonzept?
Wenn belastete Materialien anfallen, erstellt Ingenias ein Entsorgungskonzept. Dieses definiert die korrekten Entsorgungs- und Verwertungswege.
Begleitet Ingenias auch die Sanierung?
Ja. Auf Wunsch übernehmen wir die Fachbauleitung und begleiten die Umsetzung bis zum Abschluss der Arbeiten.
6. Praktische Fragen von Eigentümer:innen
Mein Haus ist bewohnt. Kann es trotzdem untersucht werden?
Ja. Die Untersuchung wird so geplant, dass die Nutzung möglichst wenig beeinträchtigt wird.
Wie funktioniert eine Untersuchung in zwei Etappen?
Bei bewohnten Gebäuden oder frühen Planungsphasen kann zunächst nur der unmittelbar betroffene Bereich mit wenig Proben untersucht werden. Weitere Abklärungen erfolgen kurz vor Baubeginn, wenn nötig.
Müssen Bauteile geöffnet werden?
Je nach Objekt ja: Für eine sichere Aussage sind bei manchen Materialien Proben oder Sondierungen nötig. Wir stimmen Umfang und Orte vorgängig mit Ihnen ab und halten die Eingriffe und kleine Beschädigungen so gering wie möglich.
Welche Unterlagen sollte ich vorbereiten für die Gebäudeschadstoff-Untersuchung?
Hilfreich sind:
- Baujahr oder Bauperiode des Gebäudes
- Informationen zu Umbauten/Sanierungen
- Grundrisse, Pläne oder Skizze
- Angabe der betroffenen Bereiche: Küche, Bad, Fassade, Boden, etc.
- Fotos von typischen Bauteilen/Materialien
- Terminangaben und Fristen zum Bauprojekt
Falls keine Unterlagen vorhanden sind, ist das kein Problem. Die notwendigen Informationen können meist bei der Begehung erhoben werden.
Was kostet eine Gebäudeschadstoff-Untersuchung?
Die Kosten hängen insbesondere von folgenden Faktoren ab:
- Objektgrösse
- Anzahl Materialtypen/Verdachtsstellen
- Anzahl Proben
- Zugänglichkeit
- Nutzung, bewohnt/unbewohnt
- Umfang der Analysen
- Zusätzliche Leistungen
Nach einer kurzen Vorabklärung schätzt Ingenias den Aufwand.
Wie kurzfristig erhalte ich einen Termin?
Viele Untersuchungen können kurzfristig organisiert werden. Kontaktieren Sie Ingenias möglichst frühzeitig, damit wir die Untersuchung optimal in Ihren Projektablauf integrieren können: info@ingenias.ch
Weitere häufig gestellte Fragen
Ist eine Asbestuntersuchung vor einem Umbau Pflicht?
Je nach Gebäudealter und Bauvorhaben verlangen Behörden häufig eine Schadstoffabklärung. Eine frühzeitige Untersuchung schafft Sicherheit für alle Beteiligten.
Wie viel kostet eine Asbestuntersuchung für ein Einfamilienhaus?
Die Kosten hängen vom Umfang der Untersuchung, der Anzahl Proben und den betroffenen Bauteilen ab. Eine erste Einschätzung ist nach einer kurzen Vorabklärung möglich. Fragen Sie Ingenias an: info@ingenias.ch.
Wer bezahlt die Schadstoffuntersuchung bei einem Umbau?
In der Regel wird die Untersuchung durch die Eigentümerschaft oder Bauherrschaft beauftragt.
Kann ich mein Haus trotz Asbest verkaufen?
Ja. Wichtig ist Transparenz über bekannte Belastungen und ein professioneller Umgang mit den Ergebnissen.
Muss ich Schadstoffe der Gemeinde melden?
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Projekt und Behörde. Im Rahmen von Baugesuchen werden die notwendigen Unterlagen in der Regel eingereicht.
Was passiert, wenn während der Bauarbeiten Asbest entdeckt wird?
Die Situation muss neu beurteilt werden. Je nach Befund werden Schutzmassnahmen, Entsorgung und weitere Arbeiten angepasst.
Kann ich vor dem Hauskauf eine Schadstoffuntersuchung durchführen lassen?
Ja. Eine Untersuchung kann helfen, Risiken und mögliche Folgekosten frühzeitig zu erkennen.
Wer haftet für versteckte Gebäudeschadstoffe?
Dies hängt von der konkreten Situation und den vertraglichen Vereinbarungen ab. Eine frühzeitige Untersuchung schafft Klarheit und reduziert Risiken.
Sie haben weitere Fragen?
Gerne beraten wir Sie persönlich. Gemeinsam klären wir, welche Untersuchungen für Ihr Gebäude sinnvoll sind und wie der weitere Ablauf aussieht.
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Lesen Sie mehr über unsere Dienstleistungen rund um die Gebäudeschadstoff-Untersuchung für die Baueingabe.